Gestreichelt, berührt, hochgehoben und umhergetragen zu werden, das alles empfindet Ihr Baby als Spiel, ebenso wenn Sie mit ihm sprechen, es rufen und suchen. Nur über das Spielen kann Ihr Kind reifen, lernen und sich entwickeln. Etwa ab dem 3. bis 4. Lebensmonat zeigt Ihr Kind Interesse an "Spieldingen".
Dieses Babyspielzeug muss von der Größe und von der Form her gut für die Hände eines Babys geeignet sein, das heißt, es soll weder zu groß, noch zu klein sein. Günstig sind Spielzeuge, die aus verschiedenartigem Material bestehen (z. B. glatt lackiert, rauher Stoff etc.), angenehm anzugreifen und leicht zu reinigen sind.
Achten Sie darauf, dass die Farben ungiftig sind, denn Babys nehmen ihr Spielzeug gerne in den Mund. Das Spielzeug sollte in diesem Alter des Kindes eher stabil sein und etwas "aushalten" können, damit keine Gefahr besteht, dass Ihr Baby etwas herausbricht und abbeißt (z. B. Glasaugen bei Stofftieren). Gutes Spielzeug ist meist entsprechend gekennzeichnet, erkundigen Sie sich in einem Fachgeschäft. Auch in den Eltern-Kind-Zentren wird Spielzeugberatung angeboten.
Spielen können Kinder auch mit all jenem, das ihnen die Umwelt bietet:
- mit Wasser,
- einem Becher zum Umschütten des Wassers,
- mit Schaum,
- mit einem Wollfaden,
- mit einer Stoffwindel,
- mit einer kleinen Pappschachtel, die aufgemacht und untersucht werden kann,
- Reis, Linsen, Hirse eignen sich gut zum Umschütten, Wühlen, Ausstreuen und Linien ziehen,
- Sand ist ideal, um hin- und hergeschüttet zu werden, den eigenen Fuß- und Handabdruck zu betrachten, um Hügel, Gräben etc. zu bauen.
Eine wichtige Spielregel lautet: Sich schmutzig machen ist erlaubt
- Im Schnee lassen sich Spuren ziehen.
- Auf ein Blatt Papier kann man mit Fingerfarben den Körperumriss des Kindes, seinen Fuß- und Handabdruck zeichnen.
- Papier kann bemalt und bekritzelt werden (je kleiner das Kind, desto größer sollte das Papier, desto dicker sollte der Stift sein).
- Ein Raum ist ein aufregender Spielplatz, da gibt es Ecken, Nischen und Winkel zu erkunden, Möbelstücke eignen sich als Versteck, Kinder können Schlangenlinien gehen, im Kreis laufen etc. Spielen bedeutet nicht nur, die Dinge sehen, riechen, schmecken, berühren, sondern sie auch hören. Lärm ist ein wichtiges Spielelement. Kochlöffel und Töpfe aneinanderschlagen ergibt ein herrliches Spielgeräusch, zumindest für die Ohren Ihres Kindes.
Was Kinder sonst noch gerne tun:
Tiere beobachten und mit anderen Kindern oder mit Erwachsenen etwas gemeinsam tun, lachen, sich freuen.
Was Spielen nicht sein sollte:
Zwang, Pflicht, notwendiges Übel.
PS: Was das Baby alles lernt
Vieles erwirbt, erfährt, lernt das Kind mehr von sich aus, allein. Für anderes braucht es unsere Unterstützung. Schritt für Schritt überwindet es seine Hilflosigkeit und Abhängigkeit: Es wird selbständig, aktiv, schöpferisch. Auf dem Weg dahin braucht es unsere Zuneigung und Zuwendung, aber es braucht auch unsere Geduld: Das Kind hat seinen eigenen Lebens- und Entwicklungsrhythmus und lernt erst allmählich, sich dem seiner Umwelt anzupassen.
Wir müssen also das Warten lernen – Warten auf das erste Lächeln, den ersten Zahn, das erste Wort...! Das gilt auch ganz allgemein für Kinderentwicklung und Kindererziehung: Man sollte Fördern nicht mit Drängen, Antreiben und Fordern verwechseln. Die Entwicklungstabelle auf den folgenden Seiten hilft Ihnen, einen ungefähren Überblick zu gewinnen.