Das Anthropologische Institut der Universität Wien startet nun gemeinsam mit der Medizinuniversität Wien eine Studie zu diesen Schädigungen, die auch unter dem Begriff fetales Alkohol-Syndrom (FAS) zusammengefasst werden. Laut Schätzungen ist etwa ein Prozent der Kinder in Österreich von FAS betroffen.
Arnold Pollak, Neonatologe an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, warnte bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien, es gebe kein "gesundes Gläschen" während der Schwangerschaft. "Wesensveränderungen, Verhaltensänderungen, bis hin zu schwersten Störungen" könnten auftreten, so Wissenschaftsministerin Elisabeth Gehrer. Die Beeinträchtigungen blieben das ganze Leben bestehen.
Durch Ultraschallaufnahmen und neue biomathematische Methoden können Schädigungen des Gehirns schon kurz nach der Geburt diagnostiziert und die betroffenen Kinder speziell behandelt werden.
Die Ziele der Studie, an der sich auch zwei Universitäten aus den USA beteiligen, sind das frühzeitige Erkennen der Störungen, das Bereitstellen von Hilfeleistungen und Betreuung für die betroffenen Kinder, sowie Aufklärung und Vorbeugung der Bevölkerung.
Für Pollak hat die Krankheit eine "medizinische und sozialmedizinische Dimension, die wir gar nicht abschätzen können". Viele Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern seien wahrscheinlich auf Alkoholkonsum in der Schwangerschaft zurückzuführen.
Anthropologe Horst Seidler betonte zudem: "Wir stehen vor dem Problem der verschwiegensten Krankheit, die wir kennen." (apa)