Solche postpartalen Störungen und Erkrankungen werden häufig nicht einmal diagnostiziert – zum einen, weil Betroffene die Beschwerden oft aus Scham und Schuldgefühlen über ihr vermeintliches Versagen als gute Mutter verschweigen.
Und zum anderen, weil diese Krankheitsbilder in der Medizin hierzulande, anders als etwa im angloamerikanischen Raum, noch weniger Beachtung gefunden haben. Dabei handelt es sich um sehr ernst zu nehmende Erkrankungen mit potenziell schweren Folgen für die Mutter, das Kind und oft das gesamte soziale Umfeld.
Das Wissen und Bewusstsein über das Problem der postpartalen Depression zu erweitern und die Zusammenarbeit aller damit befassten Berufsgruppen wie ÄrztInnen, Hebammen, PsychotherapeutInnen, PsychologInnen und SozialarbeiterInnen zu fördern, war eines der Anliegen der internationalen Tagung „Postpartale Depression: Mutterglück – glückliche Mutter“, die am 3. Mai 2004 im Wiener Rathaus stattgefunden hat.
Die Ergebnisse einer unveröffentlichten aktuellen Wiener Untersuchung zum Thema und des Präventionsprojektes des Wiener Frauengesundheitsprogramms wurden ebenso diskutiert wie internationale Erfahrungen, etwa aus Australien oder der Schweiz.