Der eigene Körper soll wieder so sein wie vor der Schwangerschaft, möglichst sofort. Doch das Wünschen allein hilft wenig.
Mindestens ebenso wichtig seien Selbstdisziplin und Geduld, befindet Andrea Hübel, zweite Vorsitzende des Hebammenverbandes in Rostock. Auch für moderne Mütter gilt die alte Hebammen-Weisheit: Was in neun Monaten gewachsen ist, braucht auch neun Monate, um - wenigstens annähernd - zu werden wie zuvor.
Mit der Rückbildungsgymnastik können die Wöchnerinnen laut Hübel schon innerhalb der ersten vier Wochen anfangen, vorausgesetzt die Geburt ist normal verlaufen. Trainiert werden unter anderem die strapazierten Beckenbodenmuskeln - damit kann der gefürchteten Harninkontinenz vorgebeugt werden. Aber auch die Bauchmuskeln werden gekräftigt. "Eigentlich ist es das klassische Bauch-Beine-Po-Programm", sagt Hübel über ihre eigenen Kurse, zu denen einmal wöchentlich für eine Stunde junge Mütter mit ihren Babys zusammen kommen.
Laut Hübel sollte jede Frau mindestens eine viertel Stunde täglich zu Hause trainieren, doch die wenigsten Mütter hätten die Selbstdisziplin dazu. Für manche stehe auch während der Rückbildungs-Stunde mit der Hebamme eher das soziale Ereignis im Vordergrund. "Da wird dann gestillt oder geredet, die Gymnastik findet eher nebenbei statt."
apa/dpa