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Heute weiß man, dass praktisch jede Frau ihr Kind stillen kann, wenn sie das will. Was zählt sind rechtzeitige Information und die Unterstützung des Partners/der Familie/der Ärzte etc.
- Mutter und Baby brauchen zum Stillen Zeit und Ruhe. Das Stillen klappt nicht, wenn Sie nervös, gestresst oder überängstlich sind und mit einem Auge auf die Baby-Gewichtstabelle im Ratgeber schielen.
- Achten Sie auf "Hungerzeichen": Macht Ihr Kind Such- und Saugbewegung mit dem Mund? Ist es unruhig und gibt sanfte Laute von sich? Dann sollten Sie dem Säugling die Brust anbieten. Schreien bedeutet jedenfalls nicht immer Hunger. Es ist meist ein Zeichen von Frust und eher ein Hindernis zum Anlegen.
- Häufiges Anlegen steigert die Milchmenge. Trinkt das Baby bei einer Mahlzeit beide Seiten leer, wird die Milchproduktion angeregt. So ist gesichert, dass immer die richtige Milchmenge für den Hunger des Babys bereitgestellt wird. Wer sein Kind nach Bedarf anlegt, kann bei gutem Gedeihen sicher sein, alles richtig zu machen. Bei einem Wachstumsschub wird der Säugling häufiger nach der Brust verlangen und die Milchmenge damit automatisch steigern.
- Versuchen Sie nicht, Ihr Kind krampfhaft auf einen 4 Stunden Rhythmus zu "trimmen": So lange kann Ihr Baby zu Beginn noch nicht durchhalten, weil es die dazu nötige Milchmenge nicht bewältigen kann. Stellen Sie sich also auf kurze Stillintervalle ein - mindestens 8 – 12 mal in 24 Stunden. Wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Kind kurz hintereinander gestillt werden will: es "bestellt" die benötigte Milchmenge und schläft dann wieder länger in einem Stück. Man nennt das Cluster Feeding. Haben Sie Geduld, der vielzitierte Rhythmus stellt sich oft erst nach zwei bis drei Monaten ein.
- Wenn Ihr Baby gestillt wird, braucht es keine zusätzliche Flüssigkeit. Muttermilch löscht den Durst hervorragend und naturgemäß verlangt das Kind im Hochsommer auch vermehrt nach der Brust. Daher sollte auch die Mutter bei Hitze mehr trinken als gewöhnlich. Wenn das Stillen noch nicht funktioniert geben Sie zusätzlich Wasser, anfangs aber nur vom Löffel oder Becher.
- Ist Ihr Kind an der Brust eingeschlafen und Sie möchten es in sein Bett legen, lösen sie zuerst mit dem kleinen Finger im Mundwinkel das Vakuum, so wird die Brustwarze nicht zusätzlich strapaziert.
- Zu müde Kinder (z.B. Frühchen) müssen zum Stillen mindestens alle drei Stunden geweckt werden, sonst droht Unterzuckerung. Lassen Sie sich zeigen, wie man das am besten macht.
- Solange das Stillen noch nicht gut eingespielt ist, sollten Sie Schnuller und Sauger vermeiden. Die angeblich "kiefergerechte" Saugerform ist wissenschaftlich nicht belegt. Die richtige Saugerform ist brustwarzenähnlich, rund, länglich und mit großer Aufsatzfläche für die Lippen des Kindes.
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