Bisphenol A (BPA) ist häufig in Plastikbehältern, Babyflaschen, Trinkbechern, Plastikgeschirr und Beschichtungen von Konservendosen enthalten. Dabei kommt die Substanz auch in Kontakt mit Nahrungsmitteln und wird mit diesen vom Organismus aufgenommen. Schweizer Forscher fanden die höchsten geschätzten Konzentrationen von BPA bei Säuglingen, wobei die Belastung mit zunehmenden Alter abnimmt.
Die geschätzten Konzentrationen liegen zwar deutlich unter der von den europäischen Aufsichtsbehörden festgelegten tolerierbaren täglichen Aufnahmemenge. Dennoch sind die Ergebnisse von Bedeutung. Man geht von einer Beeinflussung der Entwicklung des Menschen durch BPA aus und die Substanz gehört zur Klasse einer das Hormonsystem störenden chemischen Verbindung.
Möglicherweise stellt daher die Substanz eine Gefahr für sich entwickelnde Säuglinge und Föten dar, bei letzteren im Falle einer BPA-Exposition der Schwangeren.
Bei der Schweizer Studie zeigte sich, dass die Gruppe der mit Fläschchen ernährten Säuglinge im Alter von 0-6 Monaten potenziell am stärksten betroffen ist. In dieser Gruppe fanden sich geschätzte mittlere Dosisraten von fast 0,8 Mikrogramm pro kg Körpergewicht pro Tag.
"Allgemein scheint der sich entwickelnde Mensch (Fötus, Säugling und Kind) stärker als Erwachsene exponiert zu sein", schrieb die Autorin Dr. Natalie von Goetz, leitende Wissenschaftlerin an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich.
Die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge für BPA ist in der Europäischen Union auf 50 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag festgelegt und damit mit dem Risikogrenzwert der US-Umweltschutzbehörde EPA identisch. (ots, sra, red)